Sabrina Fox im Interview – Zu Gast bei Mara Thelling

Sabrina Fox: Foto by Jorinde Gersina

Liebe Sabrina,

wie schön, dass wir uns zu einem gemeinsam Interview finden konnten.

Ich freue mich sehr, dir heute meine Fragen zu stellen.

Schon vor langer Zeit habe ich einmal dein Buch „Wie Engel uns lieben“ gelesen und bin bis heute fasziniert geblieben. Erst in den letzten Tagen hatte ich es wieder einmal in der Hand.

Du machst ja so viele Dinge … Du bist Autorin, bist begeisterte Improv-Sängerin, gibst Workshops und Vorträge und nicht zuletzt kennt man dich auch für deine künstlerischen Projekte, wie z. B. für deine wunderbaren Skulpturen oder auch vom Barfußlaufen.

(MT) Kannst du meinen Leserinnen ein wenig berichten, was für aktuelle Projekte bei dir gerade anstehen, z. B. über dein Seminar „Schwungvoll ins Neue“ im September 2017 gemeinsam mit Sabine Bundschu und Rita Fasel. Was erwartet die Teilnehmer? Wie ist es dazu gekommen, dass ihr 3 euch als Workshopleiterinnen gefunden habt? 

(SF) Vor zehn Jahren habe ich aufgehört Wochenworkshops zu geben und immer wieder gab es Anfragen und Wünsche danach und so nahm ich diesen Gedanken mit in eine meiner Meditationen.

Ein zusätzlicher Wunsch kam dazu: Ich wollte nicht mehr alles alleine machen. Da ich gleichzeitig sehr gerne Neues lerne, war der nächste Schritt dann ziemlich klar: Ich möchte mit Frauen zusammenarbeiten, von denen ich lernen will. Und als erstes fielen mir Rita Fasel – Expertin in Augen- Hand- und Fußlesen -und Sabine Bundschu ein, deren Rhythmus- und Musikfähigkeiten ich sehr bewundere. Glücklicherweise fanden auch die beiden Frauen, dass dies auch für sie eine schöne Idee ist. So haben wir uns zusammengefunden um für diese Woche Frauen zu begleiten, um sich das eigene Leben genau anzuschauen, Inspirationen für Veränderungen zu finden und Wege um dies auch umzusetzen.

(MT) In deinem Buch „Die Sehnsucht der Seele“, welches ja eine vollständig überarbeitete Neuausgabe ist, hast du deine ganzen Erfahrung und dein Wissen noch einmal zusammengefasst. Einige Kapitel sind in der Neuausgabe hinzugekommen, die es in der Erstausgabe nicht gab. 

Wie ist es dazu gekommen, dass du das Buch noch einmal überarbeitet hast und was hat es dir persönlich gebracht, dich noch einmal mit den Themen von damals zu beschäftigen? Gab es für dich Aha-Erlebnisse dabei?

(SF) Es war ein Vorschlag meines Verlages, da dieses Buch besonders viele LeserInnen gefunden hatte und sie wollten es weiter auflegen. Ich habe es mir daraufhin genauer angesehen und festgestellt, das stimmt so nicht mehr. Immerhin habe ich es vor fast zwanzig Jahren geschrieben. Ich habe dabei gemerkt, wie viel sich doch in meinem Leben verändert hat. Ich konnte das Wachstum erkennen. Dinge, die ich damals auf eine bestimmte Weise gemacht hatte, werden jetzt anders gemacht. Sachen, die mich früher noch beschäftigt hielten, sind jetzt irrelevant. Entwicklungen von denen ich damals noch hoffte, dass sie eintreten, sind eingetreten. Dadurch sieht man auch als LeserIn wie diese Entwicklungen möglich sind. Es geht eben Schritt für Schritt. Ich habe gedacht, dass ich 20% in dem Buch ändere, es sind aber ca. 80% geworden. Manche Kapitel sind völlig umgeschrieben worden; zum Beispiel das Kapitel über Gott. Manche Kapitel fehlten, wie das über gesunde Kommunikation, die ich enorm wichtig finde und die man erlernen kann.

Sabrina Fox: Foto by Julian Wagner

(MT) Super schön würde ich es finden, wenn du mir noch ein wenig darüber berichten würdest, wie es dazu gekommen ist, dass du den Roman „Clara tanzt“ geschrieben hast? Wird es noch weitere Romane von dir geben?

Für mich war es übrigens ziemlich überraschend, dich in diesem neuen Buch-Genre zu entdecken, obwohl ich auch selbst sehr viele unterschiedliche Genres bediene.

(SF) Ich habe „Clara tanzt“ geschrieben, weil ich den Tango sehr mag – und auch erlebt habe, wie schwierig es ist einen guten Tanz mit einem Fremden zu haben. Ich bin selbst für einen Monat nach Buenos Aires geflogen und habe dort einen … hm … eigenartigen Lehrer gehabt und der hat mich inspiriert diesen Roman zu schreiben.

Ich glaube das ist mein erster und mein letzter Roman (lacht). Es war enorm viel Arbeit, denn – wie Du richtig sagst – war mir das Genre nicht vertraut und vor allen Dingen wusste ich nicht, wie man einen Roman schreibt. Das ist – wie vieles – ein Handwerk und ich musste mir erst das Handwerkszeug zusammensuchen. Das heißt, ich habe Kurse besucht, mit Kollegen gesprochen, die mir von Ihrem Handwerkszeug berichtet haben und Bücher über das Romanschreiben gelesen. Trotzdem habe ich das Buch gefühlte 50 Mal umgeschrieben und dann wollte ich es auch noch selbst verlegen – um mal zu schauen wie das ist. Es ist mühsam. Und ich danke von Herzen meinen Verlagen. Jetzt weiß ich erst, was sie mir da alles abnehmen. Ich glaube, ich habe vielleicht 80 Bücher davon verkauft – also erfolgreich ist was anderes. Ich schau in den Abrechnungen gar nicht erst nach (lacht). Ich mag das Buch und diejenigen, die es lesen wohl auch. Es wäre sogar beinahe ein Film geworden. Aber da der Ort der Handlung in Buenos Aires liegt (die Hamburgerin Clara versucht ihre Ehe zu retten, indem sie mit ihrem Mann in Argentinien Tango-Unterricht nehmen will) war es für die Produktionsfirma zu aufwendig. Aber ich habe viel gelernt. Und das war es wert.

(MT) Gern würde ich mit dir, trotz all der neuen Projekte, noch einmal ein wenig in der Vergangenheit schwelgen.

Früher habe ich einmal gelesen, dass du einmal in der Woche einen Schweigetag machst: ohne Lesen, Fernsehen und Musik usw. Auch ich selbst entziehe mich ganz bewusst (so oft als möglich) dem alltäglichen Lärm des Daseins. So höre ich im Auto zum Beispiel (fast) nie Radio. Wie hältst du es heute damit? Gibt es deine Schweigetage noch? 

(SF) Ich singe viel im Auto. Improvisiere zu Musiken, die ich höre. Das macht mir enormen Spaß. Ich beatboxe auch im Auto. Mein Liebster hört Musik im Auto – und er hat immer wunderbare CD`s dabei. Das ist ja auch das Spannende, dass jeder für sich seine Schweigezeiten da einsetzt, wo sie passend sind.

Ich habe keinen festen Schweigetag mehr. Aber ich schweige viel. Ich bin oft alleine und genieße das auch. Früher war mein Leben sehr viel voller. Mit sehr viel mehr Reden oder besser gesagt Geschwafel und Klatsch etc. und so ein Schweigetag half mir damals eine Balance zu finden. Da ich vieles in dieser Richtung geändert habe, ist der wöchentliche Schweigetag nicht mehr notwendig.

Ich versuchte damals auch mehr im Jetzt zu leben, was mir heute sehr viel besser gelingt. Obwohl ich auch gelegentliche Rückfälle habe 😉

(MT) Auch kann ich mich erinnern, dass du einmal geschrieben hast, dass du einen deiner Kristalle (oder mehrere?) mit auf Reisen nimmst. (…lacht)

Hast du viele Kristalle und welchen magst du am liebsten? Kannst du meinen Leserinnen noch etwas zur Nutzung von Kristallen erzählen und wie du persönlich den richtigen Stein für die richtige Situation findest?

(SF) Ich fand Kristalle enorm wichtig und nützlich, aber ich benutze sie nicht mehr. Sie haben mir über viele Jahre geholfen, da sie Schwingungen halten können. Jeder von uns schwingt auf einer bestimmten Frequenz. Die ändert sich, wenn wir uns ändern. Je „stabiler“ wir werden, desto stabiler ist die Schwingung. Je irritierter wir sind, desto irritierter wird die Schwingung. Wenn wir uns zum Beispiel oft anhauen, dann ist das ein Zeichen, dass unsere energetische Schwingung irritierend ist.

Damals halfen mir Kristalle enorm, denn sie erinnerten mich an eine stabile energetische Schwingung, die ich selbst nicht halten konnte oder die mir vielleicht sogar fehlte. Meine Schwingungen waren damals sehr wechselhaft. Ich hatte Kristalle überall in meinem Haus verteilt, reiste mit ihnen und verschenkte auch viele. Es wurden dann immer weniger und heute liegt nicht mal mehr einer auf meinem Hausaltar. So wie ich es sehe gibt es Dinge die uns unterstützen. Manchmal haben sie ihre Funktion erfüllt. Für manche sind sie aber eine lebenslange Freunde. Ob mit oder ohne Kristalle ist eine persönliche Wahl. Wenn sie nützlich sind und wir uns daran erfreuen – wie schön.

Sabrina Fox – Foto by Jorinde Gersina

(MT) Zum Abschluss hätte ich noch eine ganz persönliche Frage. Ich hoffe sehr, dass du sie mir beantworten wirst. Wie „ernährst“ du dich heute seelisch und körperlich? Was macht dich heute glücklich?

(SF) Ich ernähre mich achtsam. Aber natürlich weiß ich, dass ich mit jedem Lebensmittel – ob tierisch oder pflanzlich – ein Leben, ein Wachstum beende. Ja, ich esse ab und zu Fleisch und nehme das Opfer, das gegeben wird, mit Achtung an. Das heißt eben auch, dass ich in Restaurants fast kein Fleisch mehr esse, denn die meisten Fleischgerichte kommen nicht aus artgerechter Haltung. Ich versuche langsam zu essen (was mir nicht immer gelingt, da ist auf jeden Fall noch Verbesserungsbedarf) und das Essen auch achtsam zuzubereiten. Mein Liebster und ich haben gerade erst vor kurzem beschlossen neue Gerichte auszuprobieren und nicht immer das gleiche einzukaufen. Ich liebe die Kochbücher von Ottolenghi und die kreative Art, wie dort Lebensmittel zubereitet werden. Wir segnen unser Essen natürlich.

Seelisch nähre ich mich durch die Stille. Mein Fokus liegt auf meinem Wachstum und meinem spirituellen Leben. Ich folge der Begeisterung, sehe jede Herausforderung als nützlichen Baustein zu meinem Wachstum an und bemühe mich Gewohnheiten, die nicht mehr nützlich sind, zu eliminieren.

Was mich glücklich macht? Singen. Kreativ sein. Mit Menschen sein, die ich schätze. Lehren. Ordnung. Umarmungen. Kinder. Mein Körper. Bäche. Alte Wälder. Sommerabende. Mein aufgeräumtes Leben.

(MT) Gibt es etwas, was du meinen Leserinnen noch persönlich mit auf den Weg geben möchtest oder ihnen empfehlen möchtest?

(SF) Wir haben neben unserer unendlichen Seele ein Herz, einen Verstand und einen wundersamen Körper. Wir sind in der Lage unser Leben komplett zu verändern und es uns so zu erschaffen, wie wir es mögen und uns darin wohlfühlen. Das ist eine große Gabe und gleichzeitig auch ein enormes Wunder. Was es allerdings verlangt, ist unsere Aufmerksamkeit und unsere Bereitschaft. Ist es das wert? JA! Mein jetziges Leben ist mit meinem damaligen nicht zu vergleichen und dafür bin ich meinen Lehrern und Lehrerinnen und auch mir selbst besonders dankbar. Denn lesen können wir viel – aber das machen entscheidet, was sich verändert. Das ist nicht immer einfach und es ist nicht ohne Rückfälle. Es ist wie Klavierspielen: Man muss üben, sein Instrument kennen und dann gibt es als Ergebnis herrliche Musik, die nicht nur uns, sondern auch unsere Umgebung erfreut. Also, lasst uns gemeinsam klingen…

 

(MT) Danke! Dir alles Liebe von Mara Thelling

 

Weitere Informationen zu Sabrina Fox – auf ihrer Webseite.

 

Beitragstitel: Sabrina Fox – Foto by Jorinde Gersina

 

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