Renate Hechenberger – Zu Gast bei Mara Thelling

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Ganz am Anfang habe ich dir ja erzählt, dass mich dein Blog (RENATES BLOG) sehr inspiriert hat, mehr über dich erfahren zu wollen. Wie ist es dazu gekommen, dass du einen Blog schreibst und wo siehst du da inhaltlich deine Schwerpunkte?

Zuerst einmal ein herzliches Dankeschön für deine Einladung Gast bei dir zu sein und für die Gelegenheit, mich deinen LeserInnen vorstellen zu dürfen.

Ich wollte als Kind schon schreiben – wusste nur nie genau wie und was. Als ich 2008 zurück nach Österreich kam und meine Energetiker Praxis eröffnete, schien es mir eine gute Idee, jetzt damit anzufangen. Es ist ein wunderbares Medium um zu schreiben – ohne gleich ein Buch zu produzieren.

Meine Schwerpunkte sind Spiritualität, Bewusstsein, Heilung und meine „Spezialität“ ist die Arbeit mit den Inneren Persönlichkeitsanteilen auf energetischer Ebene.

 

Du bist Spirituelle Wegbegleiterin und Humanenergetikerin. Zu diesen zwei Aufgabengebieten würde ich gern mehr von dir wissen wollen. Wo siehst du deinen Schwerpunkt und was ist eine Humanenergetikerin?

Spirituelle Wegbegleitung ist mein Angebot für diejenigen, die den Entwicklungsweg des CoReOn gehen wollen – die einen spirituellen Lifestyle bevorzugen und die fallen im Großen und Ganzen in zwei Gruppen:

1. Die sogenanntenAlten Seelen“*: Sie sind (meines Erachtens) schon weit fortgeschritten in ihrem Inkarnationsweg, haben unendlich viel erlebt, finden es meistens schwierig auf der Erde und können mit dem „normalen“ spirituellen Angebot nicht mehr viel anfangen, da sie das meiste davon schon irgendwann gelebt, alle dazugehörigen Illusionen aufgedeckt und erkannt haben. Viele von ihnen suchen eine Beschleunigung auf dem Weg nach Hause (zurück in die spirituellen Welten) und sie wollen gesehen, erkannt, erfühlt werden für das, was sie wirklich sind.

Die „Alten Seelen (Stufen 1-5)“* kommen meistens zu mir, wenn sie feststecken und nicht mehr weiter kommen, aber wissen, dass sie weitermachen müssen. Viele von ihnen sind schon mehr dort als hier, finden das Leben schwer, haben keine Lust mehr auf all die Dramen hier, fühlen sich oft unverstanden, fremd und auch sehr frustriert mit dem Spielfeld der Jungen Seelen hier auf Erden, da der Großteil der Seelen in der westlichen Welt sich in den Stufen der Jungen Seele befinden (*über 50% der Bevölkerung in Deutschland – nach V .  H a s s e l m a n n ). Österreich hat einen etwas größeren Anteil an Reifen und Alten Seelen, die Schweiz noch mehr.

Alte Seelen haben oft Probleme mit ihrem Körper, viele sind sehr fragil, müde und teilweise auch verwirrt und sie brauchen sicher keinen „Grünschnabel“ der ihnen sagt, wenn ihr Knie schmerzt, dass sie da was „loslassen“ müssen. Der Großteil an Therapeuten, Coaches und „Heiler“ im Westen befinden sich in den Entwicklungsstufen der Reifen Seele, sie haben also noch nicht wirklich eine Referenz zu den Herausforderungen der Alten Seele – sie haben das ja noch nicht gelebt bzw. erfahren.

Es sind meistens erst die „Alten Seelen“* und die „späten Stufen Reif“*, die wirklich gewillt sind, sich den Herausforderungen eines spirituellen Pfades zu widmen, sie bleiben dran, sie geben das Committment. Sie haben ja klar ein Ziel vor Augen – alles abzuschließen. In den meisten von ihnen ist darüber schon ein Bewusstsein. Mit dieser Gruppe fühle ich mich am wohlsten, hier ist meine ganze Liebe, meine Freude, meine Passion für diese Arbeit, auch meine Bereicherung und ein sich-gegenseitiges-unterstützen und halten. Denn auch ich werde meistens erst von dieser Seelengruppe wirklich wahrgenommen und wertgeschätzt, für das was ich wirklich bringe und machen kann. Es sind kleine Gruppen, aber sehr wertgeschätzt und gehegt und gepflegt von mir.

2. Die jüngere Generation (sie sind max. dreißig Jahr alt) von speziellen Seelen, die hier sind, um die neue Zeit in Bewegung zu bringen, die neuen Runden zu setzen für die nächsten paar tausend Jahre. Sie sind meistens diejenigen, die schnell mit mir in Resonanz gehen, so aus dem Bauch heraus, sie kommen einfach ohne viel von mir zu wissen, als ob sie richtiggehend „hereingebeamt“ werden. Sie lernen sehr schnell, verstehen meist sofort, von was ich spreche, und haben ein Energiesystem (einen 5-D Lichtkörper), der schon darauf vorbereitet ist. Sie brauchen nur jemanden der ihr System „lesen“ kann und ihnen hilft, die nötigen energetischen Adjustierungen zu machen, d. h. das, was kaputt geworden ist durch Geburt und Familiengenen, heilen, reparieren und aktivieren. Die Klienten in dieser Gruppe kommen erst seit kurzer Zeit. Sie tröpfeln Einzeln herein und sie liegen mir sehr am Herzen.

 

Humanenergetiker ist die offizielle gewerbliche Berufsbezeichnung in Österreich für Menschen, die auf der energetischen Ebene arbeiten. Wir sind ExpertInnen für das Energiefeld.

Die sogenannten „Reifen Seelen“* (Stufen 3-7) sind die Klientenbasis für die Energetikerin, die Heilerin in mir. Erst in den Stufen „Reif“ ist die Seele bereit, sich mit sich selber auseinander zu setzen. Sie fängt an sich zu erforschen, erfühlen, ertasten. Die Frage „Wer bin Ich“ stellt sich meist erst in diesem Stadium. „Reife Seelen“* wollen Behandlungen, sie wollen auflösen, aufstellen, erlösen, geheilt werden, loslassen, herausfinden wer sie sind, woher sie kommen – es gibt unendlich viele Fragen. Sie sind nicht unbedingt an einem „Weg“ per se interessiert, sondern mehr an einer „Methode“ die ihnen hilft, sich selbst zu finden – zumindest in ersten Ansätzen. Diese Gruppe stellt die große Mehrheit meiner Klienten dar.

Anmerkung: * Ich verwende hier die Wörter „Alte und Reife Seele“* nach der S e e l e n l e h r e von V.  H a s s e l m a n n (siehe Buchtipp ganz unten), da diese im deutschen Sprachraum relativ gut bekannt sind und so ein gutes „Erklärungsmodell“ abgeben. Menschen in den Seelenstufen „Jung“ oder „Kind“ sind im generellen nicht an meiner Arbeit interessiert, aber ich hatte Gelegenheit in Asien, mit einigen von ihnen zu arbeiten. Ansonsten habe ich nichts mit der S e e l e n l e h r e von V.  H a s s e l m a n n per se zu tun. Ich mache auch keine Seelenmatrix Readings nach H a s s e l m a n n (Seelenalter, Rolle usw.) – nur um das klar zu kommunizieren.

Ich nehme Seelenalter anhand der „S e e l e n F a r b e“ (Primary Core Color) wahr – wie in den Büchern von M .  N e w t o n („Die Reisen der Seele“) so schön beschrieben. Meine „primary core color“ ist Tiefblau mit beginnenden violetten Farbschattierungen – Stufe 6 nach Newton – deshalb kann ich auch mit Alten Seelen arbeiten.

 


Du bist in Tirol geboren und aufgewachsen und hast viele Jahre als leitende Angestellte in der Hotelindustrie gearbeitet und dabei viele Länder bereist. Fast 10 Jahre hast du auf Bali + Java gelebt und eine intensive Zeit der Selbsterfahrung und Bewusstseinsveränderung durchlebt. Vielleicht kannst du mir und meinen Leserinnen über diese, wie ich finde so wichtige Zeit in deinem Leben, noch etwas mehr berichten. Wie war es, als du dich erinnern konntest, an die Zeit deiner Kindheit und was du in dieser aus der feinstofflichen Welt wahrnehmen konntest? Wer waren deine Lehrer und wie haben sie deinen spirituellen Weg beeinflusst?

Dann fangen wir mal in Tirol an: Jeden Sonntag mussten wir natürlich in die Kirche, ich komme ja ursprünglich aus einem kleinen Dorf im Bezirk Kitzbühel, alles streng römisch katholisch! Für ein Kind ist so eine Messe sehr lange und auch langweilig, also habe ich mich mit den Aura-Feldern des Pfarrers und der Ministranten „gespielt“. Als Kinder saßen wir ja ganz vorne, also hatte ich guten Zugang – sie waren ja die Einzigen direkt im Blickfeld vor mir und kamen so zum „Handkuss“. Ich konnte energetische Felder schon als Kind sehen, einfach viele Farben und Formen die sich da tummelten … also begann ich energetische „Schleifchen“ zu ziehen zwischen dem Pfarrer und den Buben, wickelte sie ein, schmückte sie schön mit Blümchen, Bändern und was mir halt so einfiel … es war lustig.

Ich erinnere mich noch vage daran, dass ich bis ca. 10 Jahre endlos geredet habe über alles Mögliche. Ich hielt meiner Oma richtiggehende „esoterische Vorträge“, vor allem darüber, dass „hier auf der Erde alles falsch sei“. Der Himmel hatte die falsche Farbe, die Häuser die falsche Form (ich war überzeugt davon, dass die rund sein müssten). Mein großes Glück war eine Oma, die mir zuhörte und meine Geschichten nicht für Unsinn abtat. Ich sah ja ständig irgendwelche Gestalten, Formen und Wesen, die mit uns den nichtsichtbaren Raum teilen. Viele Kinder nehmen das wahr, nur die Eltern tun es als Fantasie ab und dann fängt das Kind an zu zweifeln bzw. hört auf, darüber zu sprechen. Nach einiger Zeit hat mir Oma dann allerdings ein „Sprechverbot“ auferlegt. „Du darfst das nicht anderen Leuten erzählen“ war die tägliche Ermahnung, was damals natürlich Sinn machte, denn ich fing an, den Sommergästen unserer kleinen Pension „Vorträge“ zu halten und sie waren anscheinend nicht immer amüsiert über das, was ich da so „plauderte“ …

Als Erwachsene habe ich dann lange gebraucht, dieses Sprechverbot wieder aufzulösen – ich glaube erst vor kurzem ist es mir einigermaßen gelungen, denn es hat alles behindert, vor allem als ich anfing zu schreiben. Es war auch die Oma die mich täglich zum Beten aufforderte, mir aber schon mit 6 Jahren den Unterschied zwischen Kirche und Gott erklärte und warum ich in die Kirche gehen musste (Überleben im Dorf) – obwohl sie von der Kirche gar nichts gehalten hat. Oma war eine einfache Frau, aber weise und sie war eine wichtige Person in meiner Kindheit.

Meiner Mutter habe ich selten etwas erzählt, denn sie hatte kaum Zeit und war absolut unfähig, sich mit meinen „Geschichten“ auseinanderzusetzen, sie waren ihr unangenehm und unheimlich, glaube ich. Mit 15 kam ich ins Internat und von da an waren meine „außersinnlichen Wahrnehmungen“ nicht mehr so präsent. Ich konnte die Energien nicht mehr sehen – ich vergaß und das blieb auch so, bis ich Jahre später in Bali ankam. 1978 verließ ich Österreich und kehrte erst nach 30 Jahren wieder zurück.

 

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INDONESISCHE ZEITEN 

Ich war von April 1984 bis April 93 in Indonesien und die ersten 2 Jahre davon in Bali. Das ist inzwischen dreißig Jahren her und klingt jetzt wie aus einer anderen Zeit. Die starke Modernisierung und der Aufschwung im Tourismus hatten erst zaghaft begonnen. Die sehr astrale, mystische Energie von Bali war damals noch viel stärker und klarer, nicht so verwirrt wie jetzt. Es war ein ziemlich abruptes Eintauchen in eine Welt voller Götter und Geister, eigentlich ein totaler Kulturschock, obwohl ich Abu Dhabi als Zwischenstation davor hatte. Bali war sehr schwierig und faszinierend zugleich für mich. Ich lebte im Hotel, war einsam, frustriert und vermisste das rege gesellschaftliche Leben von Abu Dhabi. Das Hotel war damals 40 Minuten vom nächsten Ort entfernt, hatte weder Fernseher noch Videos, drei der männlichen Kollegen waren verheiratet, der Rest war Homosexuell. Es war wie Instant-Entzug, alles Bekannte war auf einmal wie weggewischt und ich war total auf mich selbst zurückgeworfen. Es gab keine Bücher, keine Zeitungen – alles angefangen von Kosmetik bis Kleidung musste in Singapur gekauft werden. Mein „Training“ hatte begonnen, ohne dass ich den geringsten Schimmer davon hatte. In dieser Welt aus Göttern und Dämonen gab es viel zu entdecken, erkunden, mit staunenden Augen wahrzunehmen und so wurde ich langsam wieder mit den Energien, die ich aus der Kindheit kannte, bekannt gemacht – aber es war auch wie ein Sprung ins kalte Wasser, denn viele inzwischen erworbene Realitäts-Konzepte wurden auf den Kopf gestellt.

Mein eigentliches „Aufwachen“ begann ernsthaft in 1986 in Jakarta mit der Ankunft meiner Freundin Ernestine, eine sehr talentierte österreichische Malerin und Künstlerin, die auch lange auf Bali lebte. Sie kam damals gerade aus Singapur, wo sie mit ihrem Mann lebte, um ihre Bilderausstellung im Petroleum Club von Jakarta zu eröffnen. Diese Begegnung war ein magischer Moment – wir fühlten beide etwas ganz Besonderes, ohne es erklären zu können – denn wir sind Seelenfamilie und wenn man einem Mitglied seiner Seelenfamilie begegnet, ist das Gefühl fast nicht zu beschreiben. Diese Begegnung hat uns beide „aktiviert“ und viel in uns in Bewegung gesetzt. Neue Lebensweichen wurden gestellt, denn mit Ernestine kam (m)ein neues Leben, neue Ideen, Kreativität hoch zehn. Es war, als ob endlich der Lichtschalter in meinem Leben anging. Ich war zu dieser Zeit schon sehr frustriert mit meiner Karriere in der Hotelindustrie, ausgelaugt vom vielen Arbeiten und den langen Stunden. Viele Illusionen über meine berufliche Laufbahn waren schon erkannt und geplatzt, es begann, sich leer und schal anzufühlen. Der ewige Kampf gegen die männlichen Karriere-Schallmauern war zermürbend. 1984 sagte mir der damalige Personaldirektor noch, dass „in dieser Hotelkette sicher keine Frau General Direktor werden würde“. Es waren wirklich noch andere Zeiten.

Ernestine trennte sich 1986 von ihrem Mann und zog wieder nach Bali. Ihre Welt bestand aus vielen Künstlern – Bali ist ein Künstlerparadies, Hippies – die aus den Kommunen in Indien nach Bali zogen, Amerikanern mit tollen neuen „new age“ Konzepten, Geschäftsleuten, Touristen und balinesischen Zeremonien. Bei jedem Besuch brachte sie eine Menge neuer psycho-spiritueller Konzepte vom Feinsten mit sich von diesem bunten Menschengemisch, welches sich in Bali in den 80ern und 90er tummelte. Wir hatten so viele Fragen, waren wissbegierig und lernfreudig und es gab viel zu entdecken, erkunden, erfahren, auszuprobieren, endlos zu diskutieren. Wir waren in einer Welt, wo Metaphysik, Spiritualität, Heiler, Dukuns (Indonesische Schamanen/Zauberer), Magie und Bewusstseinsveränderung „normal“ waren. Weiße Magie und Schwarze Magie und 5 offizielle Religionen leben in Indonesien mehr oder weniger friedlich Seite an Seite – sie sind uns da weit voraus. Niemand schrie „aufpassen Sekte“, weil wir uns mit solchen grandiosen neuen Ideen befassten. Ich bin sehr froh darüber in Asien „aufgewacht“ zu sein, nicht im erstarrten, übermentalen Europa, mit seiner Sektenangst und Big Brother Mentalität – von Massenmedien regelmäßig geschürt.

Nach dem Zusammentreffen mit Ernestine ging der Aufwachprozess immer schneller. Wir gingen zu Raja Yoga um Meditation zu erlernen, flogen nach Singapur zum indischen Handleser und einer amerikanischen Astrologin, erhielten unsere ersten Reiki Einweihungen durch ein österreichisches Ehepaar, welches damals in Jakarta lebte und Panzer von der Voestalpine (große österreichische Stahlfirma) an die dortige Regierung verkaufte. Es war eine verrückte Welt! Wir begannen das Balancing Programm von Walter Burleigh, wo wir 5 Jahre lang täglich 15 Minuten lang auf drei Symbole meditierten. 1990 traf ich auf meine erste Lehrerin (auch eine Österreicherin, die schon lange in Indonesien lebte und dort verheiratet war) beim Reiki-Kurs. Danach verlor ich ziemlich schnell mein Interesse an Reiki, denn Ingrid weihte mich in eine Javanesische Meditationspraxis ein, die „Sadar Langsung“ genannte wurde – ungefähr übersetzt Direkter Kontakt. Und das war meins! Diese unglaublichen Energien strömten durch mich und zu meinem absoluten Erstaunen hoben sich meine Arme jedes Mal von selber in die Höhe, wenn ich die Energie laufen lies, so als ob sie dem Himmel entgegen streben wollten. Ich hatte endlich „meine Form der Spiritualität gefunden“. Ich war komplett überzeugt von Ingrid und diesen wunderschönen Energien. Wir übten und praktizierten endlose Stunden. Meine ganze übrige Zeit, die ich nicht im Hotel war, wurde meinem spirituellen Leben und meiner Bewusstseinsentwicklung gewidmet, was kein Problem war – ich hatte 3 Hausangestellte, die meinen Haushalt führten (das geht leider nur in Indonesien) und es gab weder Partner noch Kinder.

 

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Ich begann die feinstofflichen Felder der Menschen und Energien und Wesenheiten wieder wahrzunehmen und mein Heilertalent begann, sich zu zeigen bzw. zu entfalten. Jeder der dazu bereit war, wurde gratis „behandelt“ – denn wir brauchten „Versuchskaninchen“ … die meisten waren dankbar . Mein 3. Auge begann sehr aktiv zu werden. Über Monate hinweg verwandelten sich z. B. Wände in Farben und geometrische Formen, die miteinander tanzten – mitten in meinem Abteilungsleiter Meeting im Hotel. So werden manchmal LSD Trips beschrieben, ich hatte sie „gratis“. Übrigens habe ich nie mit „Magic Mushrooms“ (sehr populär in Bali) und Drogen experimentiert, habe selten und wenig Alkohol getrunken – nur das Rauchen (Zigaretten) musste ich mir schließlich abgewöhnen. Wir begannen vegetarisch zu essen, Tarotkarten zu legen, mit Kristallen zu arbeiten und unser erster Channelingversuch war spektakulär! Ernestine channelte mir um 2.00 Uhr morgens, dass ich rauchen aufhören müsse. Allen Ernstes. Aber es kam noch spannender als sie davon sprach, dass ich die DNA von Menschen lesen könne – ihre „Außerirdische DNA“ und kompliziertes Zeugs über eine geometrische Form. Erst viele Jahre später erkannte ich die Form wieder (da Ernestine sie skizzierte) – es war eine Merkabah (durch Drunvalo Melchizedek bekannt geworden).

Wir mussten uns wirklich sehr viel selber erarbeiten und manches blieb noch „unbekannt“, denn es war schwierig, Bücher zu bekommen; man konnte sie nicht kaufen und Amazon war noch Spacedust. Aber wir waren kreativ und jeder der von Europa, Amerika, Australien oder Singapur kam, wurde um seine esoterischen Bücher „angebettelt“, es wurde kopiert was das Zeugs herhielt, Copyright ade … Viele Jahre später erst wurde uns bewusst, welch ein wichtiger Zeitpunkt dieses Zusammentreffen von Ernestine und mir war, denn 1986 war der Beginn der Harmonischen Konvergenz.

Ernestine und ich gehen diesen Weg jetzt seit dreißig Jahren zusammen und sie ist immer noch die beste Begleiterin, Freundin, Erklärerin, Versteherin und Guru, die man sich nur wünschen kann in dieser Welt. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft, da bin ich mir ganz sicher, denn diese Welt ist nicht gerade einfach – vor allem für die Empathen und SuperFeinfühligen unter uns, denn ein Empath zu sein bedeutet, mehr als hochsensibel zu sein. Es sind nicht nur die Emotionen, die wir wahrnehmen, sondern auch körperliche Empfindlichkeiten; ich spüre alles was der andere Körper spürt, schmecke und rieche feinstoffliche Energien (nicht nur sehen und hören), was nicht immer angenehm ist.

 

MEISTER HO LEE 

Ein anderer wichtiger Heiler-Lehrer aus meiner Zeit in Jakarta war ein Chinese (es leben viele Chinesen in Indonesien). Er praktizierte ein Mischung aus „Chinese-Folk-Religion„, Taoismus und Buddhismus und wurde als „Priester“ tituliert. Es ist schwierig zu erklären – es besteht aus diesem Potpourri unterschiedlicher Traditionen, mit etwas Schamanismus, Magie, Ahnenkult und VIELEN Göttern dazu gemischt.

Es ist eine fast unglaubliche Geschichte, wie ich zu ihm kam. Eine chinesische Kollegin aus dem Hotel setzte sich eines Tages zu mir zum Mittagessen. Sie war noch relativ neu – fing gerade als stellvertretende Finanzdirektorin an und wir begannen ein freundliches Gespräch, ein sich abtasten und kennenlernen. Ein paar Wochen später trafen wir uns wieder zufällig zum Lunch und sie fragte mich zögerlich, ob ich etwas über „Chinese Folk Religion“ wisse. Ich sagte nein, nicht wirklich, und warum sie mich denn fragen würde. Sie war irgendwie nervös und entschuldigte sich viele Male, aber sie müsse mir jetzt etwas sagen. Sie hatte auf einmal meine volle Aufmerksamkeit!

Sie erzählte, dass sie regelmäßig zum „Prayer“ bei einem chinesischen Heiler/Priester/Schamanen gehen würde, er heiße „Ohm Olli“ (Onkel Olli – sein Spitzname) und ein „Gott“ namens „Kwang Kung“ würde durch ihn sprechen und heilen – wenn er in Trance ist. Dieser besagte Kwan Kung hätte ihr aufgetragen, die „weiße Frau von ihrem Arbeitsplatz“ zu ihm zu bringen. Christine (so hieß meine Kollegin) meinte, sie könne sich nur mich vorstellen, denn es gäbe ja keine andere Weiße, die in leitender Position im Hotel arbeitet. Und ob ich mich mit Spiritualität und Heilung befassen würde, denn das hätte er gesagt. Es war ihr peinlich, mir das alles zu erzählen, denn sie war unsicher darüber, wie ich Ausländerin darauf reagieren würde. Ob ich sie für verrückt halten würde? Und doch war sie ganz aufgeregt, denn es war schon eine ungewöhnliche Geschichte – auch für sie.

Ich war wie vom Donner gerührt, einmal total sprachlos. Stell dir vor: Du bekommst eine Einladung von einem chinesischen Heiler/Schamanen (Taoismus enthält viel Schamanisches) von dem du bis dato niemals was gehört hast – und er auch nie von dir – und dann richtet dir ein „Gott“ über eine Arbeitskollegin aus, dass er dich „sehen will“. Also wenn ich mir diese Szene selber geschrieben hätte, dramatischer wäre es wohl nicht gegangen. Ich hätte mir nie im Leben so was ausdenken können. Spirit hat wirklich Humor – manchmal.

Ich erzählte Christine dann ein bisschen von mir und meiner Lehrerin Ingrid und dem Direkten Kontakt. Danach war sie beruhigt. Ich war offensichtlich keine „normale Weiße“ – Problem erledigt. Wir vereinbarten, dass ich beim nächsten Termin, wo sie zu ihm fahren würde, mitkommen könnte und sie würde auch dolmetschen, denn mein Indonesisch war nicht gut genug. Ich war jetzt sehr gespannt und wollte so schnell als möglich meinen „blind date“ kennenlernen. Endlich kam der richtige Tag dafür und wir fuhren nach China Town, ein Stadtteil von Jakarta, wo ich vorher noch nie war und natürlich bin ich aufgefallen wie ein bunter Hund, denn kaum ein Ausländer verirrte sich je dorthin. Enge Straßen, gerade genug Platz für ein Auto, schmale Wasserkanäle entlang der Straße, viele Bananensträucher, Hühner, Hunde, Menschen, sogar ein paar Affen liefen umher. Wir stoppten bei einem kleinen Haus mit den üblichen Vogelkäfigen und Hunden am Eingang. Es diente als Wohnhaus für seine ganze Familie und auch als Tempel – seinem Arbeitsplatz. SEHR viele Menschen drängten sich im Inneren, eine schmale Eisenwendeltreppe führte in den 1. Stock. Der Geruch vieler schwitzender Körper, gemischt mit den dichten Nebelschwaden unzähliger Räucherstäbchen schwängerte die heiße Luft. Tausende Moskitos (Stechmücken) hatten Hochsaison. Es war unglaublich laut, im Erdgeschoß liefen Fernseher und Radio, Menschen sprachen laut um einander zu übertönen, Hunde bellten – es war ein unglaubliches Getöse – und ich mittendrin.

Christine erklärte mir ungefähr wie der Ablauf so eines „Prayers“ stattfinden würde: ein innerer Raum fungiere als Tempel, mit einem großen Altar zum beten und Räucherstäbchen darbringen, davor sitze Ohm Olli in Trance. Ein älterer Chinese assistiere als Übersetzer, da Ohm Olli nur in einem alten chinesischen Dialekt sprechen würde, wenn in Trance. Der alte Mann übersetze das ins Indonesische. Interessanterweise sprach Ohm Olli kein Chinesisch wenn nicht in Trance, er konnte nur Indonesisch. Dann gäbe es noch ein paar jüngere Trainees, die assistierten. Jeder der zum Prayer kommt, könne einzeln vor ihn treten und sein Anliegen vortragen. In Trance würde er dann eine Antwort geben, Hu’s (gelbe lange Blätter aus Papier mit magischen Schriftzeichen) zubereiten und bestimmte andere magische Gegenstände verabreichen. Es war nie sicher welcher der Götter anwesend wäre, denn sie wechselten konstant. Die ersten zwei Stunden gäbe es Heilungen für Kranke – viele Menschen kämen nur dafür und gingen wieder, bevor die „Fragestunde“ beginnen würde. Heute würden wir Channeling dazu sagen. Bevor wir vom Hotel losfuhren, sagte mir Christine noch, ich solle mir vorher überlegen, was ich fragen möchte und auf einen Zettel schreiben und mitbringen. Ich schob den Zettel in meine Hosentasche und dachte nicht mehr daran.

Als wir uns endlich zu dem besagten Raum vorkämpften, hörte ich zuerst nur lautes, tiefes Gebrüll – schauerlich. Ich war mir auf einmal gar nicht mehr sicher, ob ich wirklich hier sein wollte. Dann sah ich ihn: Ein kleiner Chinese mit weißen Haaren, knallgelben Hosen und entblößtem Oberkörper führte einen heftigen Tanz auf und stieß dabei diese tiefen Laute aus. Er war von zwei Dolchen x-förmig durch den Mund und Wangen durchbohrt – und nein, das war kein Trick! Das geht nicht in Indonesien – nicht mit den Einheimischen. Aber ich kannte ja die rituellen Kristänze aus Bali, wo sich die Tänzer bei lebendigem Leib große Schwerter (Kris) durch den Köper stoßen und damit tanzen. Sie sind natürlich alle in Tieftrance und es geschieht nur bei ganz speziellen Feiertagen und Zeremonien und einer langen Vorbereitung. Fast jeder der länger auf Bali lebt und Zugang zu solchen Zeremonien bekommt, hat das schon gesehen. Es fließt kein Blut, die Wunde schließt sich sofort, wenn der Kris entfernt wird. Und so war es auch bei Ohm Olli.

Irgendwann wurde die Masse von Menschen weniger und Christine hatte endlich ihre „Session“ mit Ohm Olli und Kwan Kung und als sie fertig war, drehte er sich um und zeigte auf mich und gab Anweisung, dass ich vortreten sollte. Ich dachte wirklich für einen Moment, mein Herz bleibt stehen, so hab ich mich erschreckt. Die Energie war so powerful, ich konnte kaum atmen. Ich kann mich bis heute nicht mehr genau daran erinnern, was er sagte, als ich vor ihm stand, denn ich war selber wie in Trance, aber ich weiß noch, dass er sagte, dass alles was ich auf meinem Zettel in der Hosentasche hätte, sich erledigen würde. Ich hatte den Zettel ganz vergessen! Und dem war dann auch so, nur nicht so, wie ich hoffte … Er forderte mich auf, mit Ohm Olli Heilungen zu machen, „anwesend zu sein und meinen Job zu machen“ … so etwas in der Richtung. Wir waren alle schockiert, inklusive Ohm Olli. Als er aus seiner Trance herauskam, berichtet man ihm, dass er diese „Orang Bule“ (Weiße auf Indonesisch – Slang) als seine „neue Assistentin“ hätte – er war zuerst sehr amüsiert, aber als er sah, dass es mir Ernst war damit, hatte er viele Bedenken.

Es war kompliziert und wir führten einige längere, teilweise mühsame Gespräche, mit Christine als Übersetzerin. Wir waren uns total im Unklaren darüber, wie das denn gehen sollte. Nicht alle in seiner Community (seiner Gemeinde) waren davon angetan, eine Ausländerin bei ihren Zeremonien dabei zu haben. Und „als Heiler fungieren“ ginge schon gar nicht, denn das ist ja eine große Ehre – und das konnte ich gut verstehen. Das größte Problem aber war, dass kein Mann in dieser Tradition eine Frau unterrichten/trainieren kann. Frauen lernen von Frauen, Männer von Männern. Frauen haben eine untergeordnete Rolle (wie in allen Religionen) – auch die chinesischen Heilerinnen waren nicht gleichwertig – und durften bei bestimmten Zeremonien nicht immer vorne mit ihm sein – wenn eine Frau ihre Tage hatte, durfte sie den Tempel nicht einmal betreten – denn sie sind unrein usw. .. halt immer die gleiche Geschichte.

Ohm Ollies Frau rettete letztendlich die Situation, indem sie den Vorschlag machte, immer anwesend zu sein, wenn ich „heilen“ würde und mir „assistieren“ – sie war wirklich sehr unterstützend. Ich denke, sie erkannte auch das „Public Relations Potenzial“, denn meine Anwesenheit brachte viele Neugierige. Alle wollten mal die „Weiße Heilerin“ zumindest sehen – und die ganz Mutigen, sich mal von ihr behandeln lassen. Und das brachte viel Geld in den Haushalt, denn alle diese „Prayer-Zeremonien und Heilungen“ waren strikt auf Spendenbasis und Ohm Olli und seine ganze Familie lebte von diesen Einkünften. Die vielen Zeremonien sind auch teuer, denn es braucht viele frische Blumen, Obst, Räucherwerk, Öl usw. für den Altar und endlosen Tee, Saft und Knabbereien für die Besucher – für die Gemeinde. Viele der Menschen die kamen waren sehr arm – bezahlten oft nur mit einem Ei oder einer Kokosnuss, außer die reichen Chinesinnen, die gaben Geld (auch nicht immer) und brachten Essen und Lebensmittel. Ohm Olli hatte viele Javanesen (Jakarta befindet sich auf der Insel Java), nicht nur Chinesen, die zu ihm kamen, denn er war ein populärer und weitum bekannter Heiler. Viele Einheimische nahmen lange Wege auf sich, um von ihm geheilt zu werden. Die meisten einfachen Leute gingen damals nicht in die normalen Kliniken und Krankenhäuser wenn sie krank waren, da sie es sich einfach nicht leisten konnten – westliche Medizin ist viel zu teuer.

Ohm Olli gab schließlich die Erlaubnis, dass ich regelmäßig kommen und erst einmal „zuschauen“ durfte – und lernen. Christine tat ihr Bestes, damit wir einigermaßen kommunizieren konnten. Vor allem lachten wir viel – er mit seinem bisschen Englisch und ich mit meinem bisschen Indonesisch – „Kitchen Bahasa“ nannten wir es damals (um mit Hausangestellten reden zu können) und die ungewöhnlichste Zeit meines Lebens begann. Ein sehr exotisches Training für eine Europäerin, immer spannend, oftmals herausfordernd und mind blowing und sehr lehrreich. Vieles geschah bei diesen Heilungen, was überhaupt keinen Sinn für mich machte, ich absolut nicht verstehen konnte, aber er hatte oft wirklich spektakuläre Ergebnisse – auch mit schweren und unheilbaren Krankheiten wie Krebs usw. Es war wie ein Sturz in tiefes Wasser, ohne zu wissen, ob man überhaupt schwimmen kann. Ich war ja vorher nie solchen Situationen ausgesetzt.

Um meditieren zu können, musste in meinem Haus immer alles ganz still, sauber und korrekt sein – hier war alles genau gegensätzlich. Indonesien in einem 5-Sterne Luxushotel ist etwas anderes als in Jakartas China Town. Die vielen Räucherstäbchen, die ich am Anfang nicht ausstehen konnte, bereiteten oft Kopfschmerzen. Es war fast immer sehr heiß – auch am Abend hatte es oft über 30 Grad und die vielen Öllampen und Kerzen verstärkten dies noch. Moskitos, Geckos und Kakerlaken waren eine ständige Herausforderung – ich hab’s so gar nicht mit Insekten. Ich brachte immer mein eigenes Wasser und ein T-Shirt zum wechseln mit. Tee und Essen konnte allerdings nicht immer abgelehnt werden – vor allem an den Festtagen – wo dann die Opfergaben (Prasad) nach der Zeremonie verteilt werden – ein besonderes Geschenk, das sofort gegessen werden muss, um den Segen „zu essen“. Es gab nur eine indonesische Toilette (hockend, nicht sitzend, mit viel Wasser) welche sich VIELE Leute geteilt haben. Das Menschen-Gewusel und der Krach waren so, als ob man am Bahnhof meditieren und heilen würde.

Es war wirklich teilweise hartes Training, aber ich lernte mich zu konzentrieren und fokussieren und mich nicht vom Außen ablenken zu lassen. Ich lernte schnell die Umstände zu akzeptieren, so wie sie waren – ich konnte es ja nicht ändern. Ich begann sehr viel über Dämonen, gute und böse Geister und Götter zu lernen. Ohm Olli war wirklich ein Meister darin, schwarze Magie aus Menschen zu entfernen, das war eines der Hauptanliegen, warum so viele Menschen von weit her zu ihm kamen. In Indonesien wird ja sofort immer ein „Dukun“ (Magier) für alle möglichen Probleme aufgesucht, man kann jederzeit weiße oder schwarze Magie kaufen – egal für was, und die Betroffenen bekommen dadurch oft wirklich große Schwierigkeiten, vor allem gesundheitlich.

Meister Ho Lee (so war sein richtiger Name) war ein Tieftrance-Medium, Heiler, Priester, Schamane. Er konnte unglaubliche Dinge mit seinem Körper bewerkstelligen. Feuer machen nur mit seinen Händen, die Wände hoch laufen, sich Messer und Dolche durch den Körper jagen … Ich verstand am Anfang sehr wenig von dem, was er da fast jeden Abend machte, ich war ja gänzlich unbedarft in dieser chinesischen Tradition, welche von Region zu Region sehr verschieden sein kann, und es hatte mich vorher auch nie interessiert. Kwan Kung war die Hauptgottheit, die er in Trance durchbrachte. Und wir sprechen hier nicht von ein bisschen Channeling in leichter Trance, sondern von einer totalen Übernahme seines Körpers durch die Gottheit/Wesenheit. Diese Form der Trance ist ein Wahnsinn für den physischen Körper, kostet unglaublich viel Energie und Kraft, denn es ist superanstrengend. Seine eigene Persönlichkeit war während der Trance total weg, von ihm war nichts mehr anwesend, nur noch die Gottheit, die den Körper übernommen hatte. Heiler wie Ohm Olli fangen schon sehr jung mit einem Meister an zu trainieren – wenn sie die Fähigkeiten und das Talent dazu haben, es ist eine sehr lange und schwierige Ausbildung.

Kwan Kung ist ein Bodhisattva im Buddhismus und eine Schutzgottheit im Taoismus. Er ist der berühmteste General und God of War (Kriegsgott) im chinesischen Pantheon. Heutzutage wird er auch oft als „God of Business“ verehrt. Ab und zu kamen auch andere „Priester-Medien-Heiler“ zu den großen Feiertagen, welche andere – unterschiedliche „Götter“ hereinbrachten und es gab auch eine Chinesin, die Kwan Yin „channelte“. Sie alle führten Heilungen und „Frage-Stunden“ durch.

Ich bekam auch „Privatstunden“ mit Ohm Olli, d.h. ich war Untertags anwesend, wenn ich freihatte und der „Unterricht“ bestand aus langen Meditationen im inneren Sanktum seines Heilraumes. Er sprach fast nichts – sagte nur ich solle mich hinsetzen und „lernen“. Was für eine Herausforderung – ich platzte fast von den vielen Fragen, die sich ständig in meinem Kopf türmten! Zu dieser Zeit hatte ich noch keine Ahnung darüber, dass man sehr wohl über Energieübertragung „lernen“ kann. Christine kam viel zum Einsatz, wenn sie anwesend war, aber vieles durfte sie als Außenstehende, Nicht-Eingeweihte auch nicht wissen, also wurde nicht immer alles erklärt – es gab viele Geheimnisse, die ich nie erfahren habe. Aber langsam lernte ich und bekam meine eigenen Informationen zu vielen meiner Fragen in den langen Meditationen – genau wie Ohm Olli sagte! Ich verstand einfach auf einmal.

Die Menschen gewöhnten sich langsam daran, dass ich bei den „Prayers“ anwesend war und man fing an, mich zu akzeptieren. Für zwei seiner Söhne und für eine Schwiegertochter war ich allerdings Anathema. Als ihr ständiger Protest nichts nützte, ignorierten sie mich einfach – Gott sei Dank keine „Black Magic“. Ich glaube davor hatten sie zu viel Angst vor ihrem Vater und Kwan Kung – es wurde ja immer alles aufgedeckt, man war sehr transparent mit all diesen Göttern. Ich bekam einen Geschmack davon, als ich einmal bei einem Abend dabei war, obwohl ich meine Tage hatte. Ohm Olli in Trance wusste immer, wenn Frauen das machten – er schrie sie an und warf sie aus dem Raum. Aber ich wusste es ja besser – dachte ich. Er sagte nichts während des Abends, aber nachher holte er Christine und sagte ihr, dass er mich nur nicht vor allen Leuten blamieren wollte, aber ich solle mich in Zukunft gefälligst daran halten. Christine war entsetzt, dass ich so was machte … aber mein kleiner innerer Rebell konnte einfach nicht anders, vor allem, wenn es um Verbote ging, die ich als sinnlos empfand … aber das war mir dann doch peinlich und habe mich danach auch immer daran gehalten.

Eines Tages, Ohm Olli war mal wieder in einer sehr tiefen Trance und trieb gerade einen bösen Geist aus einem armen Mann (er schlug ihn recht heftig mit einer Rute), sprang er vor mich hin und schrie etwas. Ich hatte keine Ahnung, was er wollte, aber der Übersetzer sagte mir, ich solle mich um den Mann kümmern, der gerade von einem bösen Geist befreit worden ist, ich solle ihn „heilen“.. Ich erschrak sehr und erinnere mich nur noch an den Gedanken „dass jetzt alle sehen werden, dass ich es nicht kann“. Ich war wie ein hypnotisiertes Kaninchen mit rasendem Herzschlag, aber ich ging auf den Mann zu und fing an, mit meinen Händen zu heilen – so wie ich es bei Reiki gelernt hatte. Das was alles, was mir im Moment einfiel. Aber nach einer Weile hörte der Mann auf zu zittern und zu wimmern, und es schien ihm um einiges besser zu gehen. Später am Abend, als ich die Chance hatte vor Kwan Kung zu treten und um Heilung und Segen für mich zu bitten, „verkündete“ er plötzlich ganz laut allen Anwesenden, dass ich eine „große Heilerin sei und alle von mir lernen könnten“. Die Leute starrten mich mit großen Augen an – es wurde auf einmal ganz still im Raum. Gott war mir das peinlich, denn ich glaubte das überhaupt nicht – damals war ich noch weit davon entfernt. Aber von da an wollten viele auch von mir geheilt werden und an starken Abenden arbeiteten wir uns durch hunderte von Menschen. Ich lernte mit Menschen in der Stufe „Kind“ zu arbeiten (was den Großteil der indonesischen Bevölkerung ausmacht, denke ich). Da muss immer etwas magisches, am besten sehr dramatisches passieren, eine „normale Behandlung“ genügt da nicht, denn sie glauben dann nicht, das „Heilung“ geschehen würde. Das war meine große Herausforderung, denn ich konnte natürlich nichts von dem, was Ohm Olli täglich aus der Hand schüttelte. Mein „Zauberkasten“ war da doch recht bedürftig.

Nach diesen Monsterabenden war ich immer sehr erschöpft und total leer, aber da war diese immense Kraft in mir, die mich ständig begleitete und durch mich in die Leute strömte – und das konnten sie fühlen und wahrnehmen – und das genügte anscheinend, denn ich bekam ein richtiges „Following“. Da ich keine Zeit hatte darüber nachzugrübeln, ob ich „es“ nun kann oder nicht – ich hatte ja nur max. 10 Minuten pro Person, blieb mir einfach nichts anderes übrig als zu tun – und das war meine Rettung und der eigentliche Segen. Mein Intellekt wurde einfach ausgeschalten. Ich bekam viel Praxis und Kontakt mit den diversen Krankheiten, Sorgen und Nöten der Menschen. Langsam begann ich dieser Kraft in mir, die seit damals nie mehr aufgehört hat zu strömen, zu vertrauen. Mein Ego wurde jedes Mal bis auf äußerste gefordert und gedehnt und die Persönlichkeit „zerfiel“ langsam in Stücke und formte sich neu. Irgendwie „überlebte“ ich diese Phase meines Lebens und Trainings. Ich hatte ja auch noch einen anstrengenden Job im Hotel, eine Abteilung mit über 250 Leuten … die gab’s ja auch noch und mein Training mit Ingrid hatte ja auch nicht aufgehört – auch da kamen immer mehr Menschen, die von uns hörten und Heilungen wollten! Die halbe Expatriate Community ging bei Ingrid ein und aus.

Ich habe damals wirklich ein unglaubliches Geschenk erhalten, von Spirit und von Indonesien, mit seinen wunderbaren Menschen, die da mitgemacht haben, sich zur Verfügung gestellt haben, denn wir sind sehr arrogant, wir Weißen, so überzeugt, dass wir alles besser wissen. In den ca. 10 Monaten mit Ohm Olli wurden die menschlichen „Häute und Schichten“, die ich in diesem Leben bisher angehäuft hatte, aufgeweicht, Strukturen entfernt, all das westliche mentale Gehabe zertrümmert, Konzepte umgeformt, Illusionen erkannt, Energiekörper aufgebaut, Chakren transformiert und aktiviert – das ganze System wurde für meine zukünftige Arbeit vorbereitet. Ich war ja erst Vierunddreißig, eine junge Managerin mit vielen Flausen im Kopf, aber einer sehr tiefen Verbindung zu Spirit. Der Diamant musste anschließend noch viel schleifen über sich ergehen lassen. Und ich bin immer noch dabei, die Codes zu entschlüsseln, die damals übertragen wurden.

Die ganze Geschichte würde ein Buch füllen, das hier ist nur eine Kostprobe von meinen bescheidenen Anfängen als Heilerin in diesem Leben. Das eigenartige war ja, dass es nicht darum ging, Ohm Ollies „System“ zu lernen und so zu arbeiten, sondern das was ich mitgebracht hatte, aus mir herauszubekommen. Er schenkte mir sein unglaubliches Talent als Medium und seine großer Erfahrung als Heiler, damit ich aktiviert werden konnte. Fernab von jeglicher westlicher Tradition und mentalen Konzepten. Er hatte mich blank geputzt, gestrippt und vorbereitet, damit mein Spirit „inkarnieren“ konnte. Er lehrte mich viel über astrale Welten und Wesenheiten, die Ebene der Götter und Dämonen und dafür bin ich sehr dankbar. Kein westlicher Lehrer hätte mich das lehren können, denn sie haben alle keine Ahnung, wie denn auch. Die Erkenntnis und die Erfahrung, dass weiß und schwarz immer nahe beieinander liegen, dass Gute und Böse immer Hand-in-Hand leben, formen dieses Leben, diese Erfahrung hier. Die Essenz von Taoismus – das Yin und das Yang. Man kann das eine nicht ohne das andere hier erleben. Dass ich das früh in meiner Heiler-Aktivierung erfahren durfte, dafür bin ich Ohm Olli und den Götter-Wesen, die mich schon lange begleiten und trainieren, unendlich dankbar.

 

Wenn man sich mit dir und deiner Arbeit intensiver beschäftigt, stößt man immer wieder auf deine CoReOn Methode. Was muss man sich darunter vorstellen. Es klingt ja alles für einen Außenstehenden etwas kompliziert. Vielleicht kannst du es mir noch einmal ganz einfach erklären? Was ist die CoReOn-Methode und was ist CoReOn?

CoReOn kann ich leider nicht mit ein paar Worten erklären und versuche es gar nicht mehr. Wer mehr darüber wissen will, kann ein bisschen dazu auf meiner Webseite lesen und der Rest muss in den Workshops erfahren werden. Es ist eine Resonanzgeschichte, entweder du fühlst die Energie und sie fühlt sich richtig an – oder eben nicht. Es ist nicht kompliziert, nicht wirklich, aber man muss bereit dafür sein, denn die Energie löst alles auf, was nicht wirklich zu dir gehört – und das ist nicht immer angenehm.

CoReOn ist direktes Göttliches Licht, Göttliches Bewusstsein, Göttliche Liebe aus ihrer Quelle – dem RA Continuum. Es baut unter anderem eine energetische Brücke zwischen dem 3/4-D Körper auf der Erde und der nächsthöheren Lichtkörperebene der Person, die damit arbeitet. Es ist wie das Interface beim Computer. Es hilft der Zellebene, höhere Lichtfrequenzen „auszuhalten“, es unterstützt den Körper, die nächsten Ebenen der DNA-Aktivierungen zu bewerkstelligen – und das ist erst der Anfang. Manche Heilmethoden (wie Reiki) verwenden “Chi” oder “Pranische Energie” oder “Lebensenergie”. Das sind aber keine direkten Göttlichen Energien, sondern Energien aus der 4. astral-Dimension. Das gleiche gilt für die Energien, welche sich als “Universelle Energien” bezeichnen – es sind alles polarisierte Energien. Alle diese Energien können zum Zwecke der Heilung benützt werden, sie können jedoch niemals so tief reichen, wie direkte Göttliche Energie.

CoReOn ist interessant für Menschen, die kein klassisch strukturiertes spirituelles System mehr benötigen, die dem schon entwachsen sind. Die keinen „Ismus“ mehr brauchen. Hier gibt’s keinen Jesus und keine Engel und keinen Buddha und keinen Zen Meister, keine Aufgestiegenen Meister und so weiter, die dich retten; wir schicken nichts ins Licht, sondern lernen alles zu integrieren. Hier gibt’s viel knallharte Energiearbeit und Wiederanbindung an die Seele und die Seelenfamilie.

Ich bin mehr daran interessiert, das was in der Person bereits vorhanden ist, was als Talent mitgebracht wurde, aus ihr herauszuholen und nicht, ihr wiederaufgewärmte alte Dogmen in neuen Kleidern zu verkaufen. Die letzten Stufen der Reifen Seele und alle Stufen der Alten Seele fühlen sich wohl mit dieser Frequenz, denn sie wollen genau das, was CoReOn ihnen anbietet: nämlich alles, was nicht mehr passt, verzerrt ist, kaputt, verletzt, verbogen und verwirrt ist, wird an die Oberfläche gebracht, damit es geheilt werden kann. Sie wollen den übrig gebliebenen alten Mist aus ihren „Schränken“ entsorgen und klären, nichts Unnötiges mit sich weiter herumschleppen, sie wollen abschließen, aufräumen, beenden.

Alle Teilnehmer für die CoReOn Gruppen werden aus meiner Klientenbasis einzeln „herausgefiltert“. Sie haben bereits eine Basis dafür, etwas Erfahrung mit meiner Arbeit und der intensiven Energie. Oftmals haben diese Menschen auch einen klaren Seelenauftrag damit verbunden und das Geistige Team (Führer) der Person macht sich oft bemerkbar. Fast alle haben einen Auftrag, sie sind oft die Lehrer und Trainer und Therapeuten der neuen Zeit.

 

Weiterhin bietest du Soul-Sessions an. Was genau passiert in so einer Session und für wen ist sie geeignet?

Die Soul-Sessions sind bestens dafür geeignet, wenn man viele Fragen hat oder wenn es gerade „brennt“, wenn die Emotionen sich nur noch im Kreis drehen und die Gedanken nicht aufhören. Es wird immer Energie übertragen die ausgleicht, energetische Löcher gestopft und das gesamte System geklärt und höher eingeschwungen. Ich bringe Informationen, Anregungen und Hintergrundmaterial – wenn angebracht, um die nächsten Schritte machen zu können. Die Soul-Sessions sind nicht für langfristige Arbeit gedacht – sondern kurz und knackig als momentane Unterstützung und sind eine gute Möglichkeit, meine Arbeit kennenzulernen.

Ich arbeite immer in leichter Trance, studiere das Feld (Aura) und habe so Zugang zu der „Geschichte“, zu den Themen von der Person vor mir. Wenn ich „Spezialwissen“ brauche, hole ich jemanden aus meinem Spirit-Team und wenn sie es nicht wissen, suchen sie jemanden der es weiß, wenn es etwas sehr Spezifisches ist, was aber selten vorkommt bei einer Soul-Session. Wenn ich CoReOn Touch – meine energetische Heilarbeit mache, gehe ich in eine tiefere Trance, dann verschwindet mein „Alltags-Ich“ so ziemlich und mein Höheres Selbst macht die Arbeit.

 

Ganz spannend finde ich auch dein Mentoring-Programm für Profis im Spirituellen Bereich. Ich finde auch, dass der Austausch untereinander oft fehlt, obwohl man ja eigentlich auf demselben Weg ist. Bitte erzähle mir und meinen Leserinnen doch noch mehr über dieses Angebot.

Das Mentoring-Programm für Profis ist ein neues Projekt, welches ich erst vor kurzem begonnen habe. Es läuft etwas zögerlich an und ich bin mir nicht sicher, ob ich es so belassen werde. Seit ein paar Jahren kommen immer wieder Menschen aus den unterschiedlichen esoterischen und energetischen Disziplinen zu mir und bitten um Hilfe -deshalb die Idee, es „offiziell“ anzubieten. Es sind die Heiler, die Bewusstseins-Coaches, all die wunderbaren Seelen, die hier sind, um der Menschheit und der Erde dabei zu helfen, in diese neue Zeit zu integrieren. Auch sie stehen immer wieder vor Problemen und Herausforderungen und finden es oft schwierig, geeignete kompetente Hilfe zu bekommen. Jetzt ist es ein Pilotprojekt – mal sehen was noch daraus wird.

Mentoring im spirituellen Bereich ist allerdings sehr aus der Mode gekommen, außer man ist halt Rinpoche dieser oder jener Couleur. Es ist „out“, denn man muss jetzt alles selber machen, wissen und umsetzen, egal wie sehr man sich dabei selber verletzt und schadet. Aber das sind halt auch die Themen der Reifen Seele.

Ja es ist sehr schade, dass der Austausch so total fehlt. Ich glaube das Problem liegt an den vielen, manchmal sehr unterschiedlichen spirituellen Ansätzen und Disziplinen, denen wir angehören, da bleibt selten Spielraum für etwas anderes und ich bin da auch nicht gerade super-flexibel, denn meine Arbeit und Energien sind sehr spezifisch.

 

Liebe Renate, ganz vielen Dank für deine Zeit! Eine letzte Frage habe ich noch: wird es bald auch ein Buch von dir geben oder gibt es schon eins und ich habe es übersehen?

Ich sage dir liebe Mara aus ganzem Herzen Danke, dass ich hier sein darf und nein, es gibt (noch) kein Buch von mir. Ich habe im Moment auch nicht die Zeit, mich mit so einem Projekt zu befassen. Aber irgendwann sicher einmal.

 

Mehr Infos zur Arbeit von Renate Hechenberger findest du hier:

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Renate

http://www.renatehechenberger.com/arbeite-mit-mir/soul-session/

 

Beitragsbild: Renate Hechenberger / Foto by Renate Hechenberger

 


 

 

 

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1 Kommentar

  1. 26. Oktober 2016 / 16:52

    Ich bin sehr begeistert und berührt von dem Artikel über meine wunderbarste Freundin Renate. Er ist so klar erzählt, so interessant und aufregend…! Was für ein Lebensweg. Es scheint fast so, als ob die Energien direkt über die Wörter zum Leser übertragen werden. Innig und wohlig aufgewühlt hat mich der Abschnitt, wo mein Lebensweg mit Renate erzählt wird- wir quasi zusammen treffen. Genauso habe ich unsere Begegnung auch wahrgenommen. Etwas ist wieder zusammengekommen. Es beflügelte mich als Zeit-Zeuging diese Geschichten zu lesen. Innerlich war oft die Stimme, – ja genau, ach ja, und Ohm Olli, ja, ja, hm, ja… Tatsächlich, sein Haus und Tempel ist minuziös und akkurat beschrieben. Welche Ehre, dass ich so hautnah den Weg als Heilerin miterlebt habe, bei vielen Stationen zugegen war…und immer wieder in den Genuss dieser Heilungen kommen konnte und kann.
    Co.Re,On ist für mich eine energetische ESSENZ – Qualität – WAS ICH WAHRHAFTIG BIN, IMMER SCHON WAR UND SEIN WERDE, welches sich immer wieder neu in so lebendiger Form verschenkt. Ein „High Light“ diesen Artikel zu lesen.

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