Hans Georg Leiendecker und Sabine Maria Leiendecker (Bilder vom Licht) im Interview – Zu Gast bei Mara Thelling

Hans Georg und Sabine Maria Leiendecker / Foto by Hans Georg Leiendecker


 

Lieber Herr Leiendecker, liebe Frau Leidendecker,

Schon vor vielen Jahren bin ich auf Ihre wundervollen „Bilder vom Licht“ gestoßen. Sie haben mich ein Stück auf meinem Weg begleitet, dabei habe ich sie z. B. als Postkarte versendet oder als Poster angebracht. Noch immer bin ich insbesondere von Ihren Elfenbildern, wie z. B. der „Wunderbaren Begegnung“ oder der „Lichtung“ fasziniert.

 

Wunderbare Begegnung / © Copyright - Hans Georg Leiendecker

Wunderbare Begegnung / © Copyright – Hans Georg Leiendecker

 

Nun freue ich mich ganz besonders, dass Sie sich Zeit genommen haben, für ein persönliches Gespräch mit mir und, dass ich Ihnen all die Fragen stellen darf, die ich schon immer einmal loswerden wollte.

 

In den frühen 80er Jahren sind Sie das erste Mal mit der Malerei in Berührung gekommen. Es folgte eine vorwiegend düstere und expressive Malphase. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, was Sie als „Heilung durch die göttliche Kraft“ beschreiben, erfolgte ein radikaler Wandel in ihrer Malerei. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir und meinen Lesern darüber noch etwas mehr erzählen könnten. Wie erlebten Sie den Wandel persönlich? Gab es ein besonderes Erlebnis, dass diesem Wandel vorausging?

Anfang der 80er war ich überzeugter Atheist und weit weg von allem, was ich bzw. wir jetzt machen. Aus Neugier hörte ich mir damals einen Vortrag über Heilung auf geistigem Wege durch den Glauben an Gott an. Obwohl ich das dort Gesprochene sehr merkwürdig fand, stellte ich einige Wochen danach fest, dass ich kein Asthma mehr hatte, unter welchem ich 20 Jahre lang gelitten hatte. Das brachte mein ganzes Weltbild durcheinander und ich musste mir eingestehen, dass es Gott anscheinend doch gibt und dass er ganz anders ist, als das Bild welches mir früher über ihn vermittelt wurde.

In diesem Vortrag hieß es: „Denken Sie Gutes, sprechen Sie Gutes, tun Sie Gutes“. Ich hatte gerade den Kölner Dom aus lauter Leichen zusammengesetzt gemalt und fand, dass das nun wirklich nicht gut oder positiv war. So probierte ich Positives zu malen, was mir aber einfach nicht gelang. Im Gegenteil, meine Bilder wurden immer finsterer bis ich schließlich gar nicht mehr malen konnte. Nach 1 1/2 Jahren Krise, hörte ich in einer Meditation, nachdem ich Gott innig um Antwort gebeten hatte, ein leises Flüstern in der Herzgegend, welches mir sagte: „Male Engel“. Die Vorstellung, mit so etwas in der Kunstszene der 80er Jahre aufzukreuzen, behagte mir damals überhaupt nicht, denn ich wusste, dass dieses das „Aus“ in der Kunstszene für mich bedeutete und ich mich damit zum Gespött der Kollegen machte. Trotz aller Ängste und Bedenken fing ich an, weil es mir wichtig war, ab diesem Zeitpunkt auf meine innere Stimme zu hören. Dann erlebte ich, dass es mir sehr viel Freude bereitete, obwohl ich in der Szene krasseste Ablehnung und Verhöhnung erlebte.

 

Baum der Liebe / © Copyright - Hans Georg Leiendecker

Baum der Liebe / © Copyright – Hans Georg Leiendecker

 

Ich finde, dass Ihre Bilder beim Ansehen eine ganz außergewöhnliche Wirkung auf den Betrachter haben, insbesondere bei den Bildern der „Lichtwelten“ oder z. B. beim „Engel der Heilung“ oder beim „Baum der Liebe“ ist mir dies aufgefallen. Es ist fast so, als ob die Bilder mit Hilfe des dargestellten Lichtes eine Botschaft übermitteln können und eine immense Kraft in sich tragen. Ich empfinde es so, dass z. B. Ihr Bild „Engel der Heilung“ wirklich heilsame Energien in sich trägt. Sind Sie diesbezüglich schon öfters angesprochen wurden und erleben Sie dies auch so?

Ja, dass erleben wir öfters. Als Betrachter hat jeder Mensch die Möglichkeit zu erfühlen, was in ein Bild hineingelegt wird. Bevor ich male bete ich, dass Gott das in das Bild hineinlegen möge, was gebraucht wird. Also wenn es z. B. um Heilung geht, sollte heilende Schwingung spürbar sein. Aber es geht bei den Bildern in erster Linie darum, dass sich der Betrachter daran zurück erinnern soll, dass es in jeder Lebenslage göttliche Hilfe gibt und dass es an uns liegt, diese zu ergreifen. Oft haben Menschen auch einfach Schwierigkeiten sich z. B. Engel vorzustellen. Es fehlt dann an „inneren Bildern“, die aber wichtig sind wenn man etwas für möglich halten soll. Hat man keine Vorstellungen oder kein inneres Bild von etwas, dann wird man dieses auch nicht bearbeiten. Viele Menschen denen diese Bilder gefallen, haben ähnliche Dinge, wie z. B. göttliche Hilfe oder Heilung, selbst schon erlebt, entweder in Ihren Meditationen oder aber in irgendwelchen schwierigen Lebenssituationen. Oft liegen diese Erlebnisse lange zurück oder sind gar nicht mehr bewusst. Im Alltag gehen diese eigenen Erfahrungen oft unter, so dass man vor Schwierigkeiten steht und meint, man muss diese selber lösen. In diesen Situationen können die Bilder an die geistigen Möglichkeiten und Hilfen erinnern. Von Ikonen sagt man, dass sie Fenster für die Seele sind. In ähnlicher Weise wirken auch meine Bilder. Sie öffnen das Herz und machen den Betrachter auf diese Weise bereit, das Göttliche zu empfangen.

 

Mich würde interessieren, wie man sich den Schaffensprozess eines Bildes vorstellen kann. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration? Wie lange malen Sie an einem Bild? Haben Sie ein Atelier, wo sie sich zurückziehen oder finden Sie Ihre Inspiration in der Natur und malen dort? Was sind Ihre bevorzugten Maltechniken und Malmaterialien? Wie groß sind die Originalbilder und welches sind Ihre bevorzugten Formate?

Bevor ich male, bete oder meditiere ich. Zum einen um innerlich frei zu sein, zum anderen um Gott zu bitten, das hineinzulegen was gebraucht wird. Oft werde ich gefragt ob ich hellsichtig bin und manch einer stellt sich Gott weiß was darunter vor. Aber diese Bilder sind einfache „innere Bilder“ oder Gefühle, die mit einer Vorstellung gekoppelt sind, wie sie die meisten Menschen in sich tragen. Visionen im üblichen Sinne sind es jedenfalls nicht. Auch hat es nichts mit „Channeling“, oder „geistigen Durchgaben“ zu tun, also, dass mir die geistige Welt sagt, wie das Bild aussehen soll. Die Ideen kommen vielmehr wenn ich in der Natur bin, beim Meditieren oder aus eigenen Begebenheiten die mich sehr berühren.

Diese Idee oder „inneren Bilder“ zeichne ich zuerst in verschiedenen Variationen, um es vorerst sichtbar zu machen. Den stimmigsten Entwurf wähle ich dann aus. Gemalt werden die Bilder zum größten Teil im Atelier in Acryl, oft auch in der Kombination Acryl mit Öl. Die Originale sind in der Regel 60×80 cm, 70×100 cm und 90×120 cm groß. Größere Bilder gibt es zwar auch, sie sind aber eher selten. Was die Dauer angeht, so ist das schwierig zu sagen, da diese sehr stark vom Inhalt abhängt. Formate von 70×100 cm dauern schätzungsweise zwischen 50 und 100 Stunden.

 

Beim Stöbern in Ihrem Online-Shop habe ich festgestellt, dass es Bilder gibt, die sie als Postkarte veröffentlicht haben und Bilder, die man als Poster erwerben kann. Aber vielleicht irre mich da jetzt auch. Gibt es nur manche Bilder als Postkarten zu kaufen? Was ist Ihre Lieblingsbild oder lieben Sie alle, so wie ein Vater seine Kinder?

Wir können immer nur einen Teil der Bilder in gedruckter Form rausbringen, deswegen gibt es nicht alle Bilder als Karten bzw. Poster. Lieblingsbilder gibt es durchaus. Meistens sind dieses Bilder, die in meinem/unserem Leben sehr viel Veränderung gebracht haben. Dazu gehören vor allem die Christusbilder und natürlich auch die Bilder, bei denen es um unsere Liebe und unser gemeinsames Leben geht. Das Christusthema ist deswegen so wichtig für uns, weil wir erlebt haben, dass der „Innere Christus“, der in jedem Menschen lebt, egal welcher Religion er angehört, Liebe, Wahrheit, Heilung und vollkommene Befreiung mit sich bringt.

 


 

Engelkarten / Foto by Hans Georg und Sabine Maria Leiendecker

Engelkarten / Foto by Hans Georg und Sabine Maria Leiendecker

 

Dazu habe ich festgestellt, dass es auch gemeinsame Projekte gibt, die von Ihnen gemeinsam entwickelt wurden, wie z. B. das Engelkartenset (40 Engelkarten mit begleitendem Textheft –
Affirmationen und Gebeten für den Alltag). Hier sind die Affirmationen von Ihnen, liebe Frau Leidendecker und die Bilder sind von ihrem Mann. Wird es in Zukunft noch mehr solche Projekte geben?

Ja, unsere gemeinsame Arbeit, den Menschen Gottes Wirken zugänglich zu machen, steht immer im Mittelpunkt unseres Lebens, so dass auch alle unsere Projekte darauf aufbauen. Auch unsere Ausstellungen sind gemeinsame Projekte, da wir uns in allem absprechen und die begleitenden Veranstaltungen immer auf das Thema der jeweiligen Ausstellung abstimmen. Unser gemeinsames Leben ist eins, und so auch alles was wir tun. Es geht uns darum, Menschen mit den Texten und Bildern zu helfen, den Zugang zu ihrem eigenen Inneren und damit zu Gott zu finden. Vorträge, Seminare, Dia-Shows, Bücher etc. haben nur dieses eine Ziel. Die Texte geben Anleitung, was man selbst tun kann, um göttlich Hilfe zu empfangen und die Bilder helfen, dass man sich dieses besser vorstellen kann. Deswegen werden auch die zukünftigen Projekte ein Zusammenspiel zwischen Wort und Bild beinhalten.

 

Vom 3. Juli bis 4. September 2016 wird in Dresden in der Galerie Gaia Ihre aktuelle Ausstellung „Neue Bilder von H.G. Leiendecker“ gezeigt. Sie präsentiert 21 Ihrer neuesten Werke aus dem Zyklus „Auf dem Weg zu Gott“. Können Sie mir und meinen Lesern zur Ausstellung noch etwas mehr sagen?

„Auf dem Weg zu Gott“ heißt die Ausstellung, welche wir zeigen, da sich jeder Mensch, ob gläubig oder nicht, auf dem Weg zurück zu Gott oder zurück zum eigenen Ursprung befindet. Die ausgestellten Bilder handeln davon, wie wir wieder zurück zu unserem eigenen Inneren, also zu Gott finden können. Motive wie „Engel der Liebesfülle“, „Gespräch mit Jesus“, „Der Sieg der Wahrheit“, „Das innere Kind“, „Das Geschenk der Liebe“ sind z. B. einige Titel der ausgestellten Originalgemälde. Die Ausstellung ist ein Ort der Stille, wo man sich als Besucher bewusst mit dem Göttlichen verbinden kann. Auf jeden Fall sollte man Zeit mitbringen, da man, um die Liebe Gottes in sich aufnehmen zu können, Ruhe und Stille braucht.

 

Was möchten Sie meinen Lesern unbedingt noch mit auf Ihren Weg mitgeben?

Das Thema Gott, hat immer mit Heilung, Befreiung und Frieden zu tun, obwohl der Begriff so oft missbraucht wurde und dadurch für viele negativ besetzt ist. Gott ist uns näher als der beste Freund, weitaus liebevoller als wir uns das im Allgemeinen vorstellen können und er will, dass es uns gut geht, wie es alle Eltern für Ihre Kinder auch wollen. Liebe, Gesundheit, Friede und Vollkommenheit sind die Dinge die uns als natürliches Erbrecht von ihm mitgegeben sind. Jedes Kind trägt dieses in sich, wenn es geboren wird. Auch wir hatten all diese Eigenschaften in uns. Da wir auf der Erde z. Zt. aber in vielen Bereichen genau das Gegenteil sehen, steht die Frage, wo dieses Erbrecht geblieben ist? Dazu muss man wissen, dass der Mensch dieses Erbe selber ergreifen muss. So liegt es an uns selbst, ob er Frieden oder Krieg, Liebe oder Hass erschafft. Jeder Einzelne von uns ist bei weitem nicht so machtlos wie behauptet wird. Im Gegenteil. Als Kinder Gottes tragen wir alle Eigenschaften Gottes in uns und sind dadurch auch in der Lage schöpferisch zu sein. Deswegen machen wir jeden Montag eine Friedensmeditation, bei der jeder zu Hause oder wo immer er sich befindet, mitmachen kann. Wir beten für Frieden und senden diesen Frieden gezielt aus. Eine genauere Beschreibung finden Sie auf unserer Homepage unter diesem Link.

Jeder Mensch kann dazu beitragen, indem er erst Frieden in sich schafft, dann im eigenen Umfeld und schließlich für die ganze Erde. Der Mensch, als Kind Gottes, trägt die Allmacht Gottes in sich und kann so, gemeinsam mit Gott, alles Negative auslöschen. Wenn viele Menschen beginnen Frieden in sich zu erschaffen (d. h. in sich selbst keinen Hass, keine Rache, keine negativen Gedanken über sich selbst und den Nächsten mehr leben) so wären Kriege unmöglich, da der Nährboden dafür entzogen wäre. Mit unseren Gedanken und Gebeten können wir den Frieden an jeden Ort der Erde senden und somit aktiv an der positiven Veränderung der Weltsituation teilnehmen. Hunderte Beispiele, bei denen Gebete einzelner Menschen geholfen haben, zeigen, dass dies nichts mit Frömmelei sondern mit konsequenter Anwendung göttlicher Prinzipien zu tun hat. Wenn wir Menschen am Guten, an der Liebe oder am Frieden konsequent festhalten und das Licht hochhalten, so wird dadurch alles Negative, also auch der Krieg, überwunden.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Gottes Segen und dass Sie sich von der Liebe und dem Frieden Gottes erfüllen lassen und in Ihrem Umfeld das Gute verwirklichen können.

 

Mehr zu Hans Georg und Sabine Maria Leiendecker finden Sie auf deren Homepage.

 

Beitragstitelbild: Helfer aus dem Licht / © Copyright – Hans Georg Leiendecker

 

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