Dennis Möck-Ludwig (Spiritual Coach & Author) im Interview – Zu Gast bei Mara Thelling

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Lieber Dennis,

super vielen Dank, dass du dir heute Zeit für unser Interview nimmst! Du bist Lifestyle Coach, Yogi, Ayurveda- und Meditationsjunkie und Betreiber des Blogs „Devis Ashram – home of happiness“). Wie ist es dazu gekommen, dass du alle deine Berufungen so konsequent lebst?

Ich erinnere mich noch, dass ich damals mit einer Freundin der Familie am Esszimmertisch saß und sie mir die Karten legte. Sie sagte: “Gehe immer dahin und tue immer das, was dein Herz zum Singen bringt.” Einen Satz, den ich zwar schon so oft hörte, doch der mich noch nie in so einer Kraft erreichte, wie in diesem Moment.

Seit meiner Kindheit hatte ich diese unbestimmte Sehnsucht. Etwas, was ich bis heute nicht benennen, doch sehr stark fühlen kann. Vielleicht ist es dieses Mysterium von Berufung, Lebensaufgabe oder Seelenplan. Letztlich sind all das nur Begriffe, die uns in irgendeiner Form festlegen. Mir geht es mehr darum, dem inneren Ruf der Seele und den Klängen des Herzens zu folgen. Ich glaube zutiefst, dass dadurch alles entsteht, vergeht, sich entwickelt, formt – lebt.

Wenn wir diesem inneren Ruf mehr vertrauen, wird uns das Leben genau die Fährte eröffnen, die uns zutiefst entspricht und glücklich macht.

 

Als ich mich das erste Mal mit „Devis Ashram“ beschäftigt habe, dachte ich zunächst, dass es sich dabei um ein reales Studio (Yoga-Studio oder Meditations-Studio oder einem Ort zum Treffen) handelt und der Blog das virtuelle Abbild dieses Studios/ Ortes ist. Aber vielleicht irre ich mich da jetzt, oder ist es tatsächlich so, dass „Devis Ashram“ ein (wie du es nennst) insbesondere „virtueller Tempel. Eine Apotheke für die Seele.“ ist. Kannst du mir und meinen Lesern da noch mehr drüber erzählen, was ist „Devis Ashram“ für dich? Existiert er nur im Netz?

Devi’s Ashram hat tatsächlich mal physisch existiert, doch schon von Anfang an war mir klar, dass dieser Ashram ein virtueller Tempel wird. Ein moderner Ashram, bei dem es keine Dogmen, Regeln oder Starre gibt. Ich glaube, der schönste und heiligste Tempel liegt inmitten unseres Wesens und nicht außerhalb von uns. Genau das ist es, was ich durch meine Arbeit ausdrücken möchte.

Der Ashram ist für mich eine Ruhestätte inmitten dieser lauten Welt. Ein Ort, der überall existiert und der mich, uns alle mit den weiblichen und fließenden Qualitäten von Hingabe, vibrierender Liebe und Tiefe verbindet. Daher rührt auch der Name Devi. Devi ist die große Göttin, die so viele weibliche Gottheiten in sich vereint. Mir begegnete vor einigen Jahren immer wieder dieses Wort, die Göttinnen und all die Qualitäten, die damit verbunden sind. Ich war besessen. Also holte ich diese Kraft in meine Welt – in die Erde.

 

Du bietest Soul-Readings an und nutzt dabei die Lenormandkarten. Verwendest du ein spezielles Kartendeck? Wie hast du es gefunden oder hat es eher dich gefunden? Welche Menschen kommen zu dir zu einem Reading? Wie kannst du ihnen in ihrer momentanen Lebenssituation helfen?

Ich habe schon eine sehr lange Beziehung zum Kartenlegen. Ich bin ein sehr visueller Mensch, sehe Zusammenhänge in inneren und äußeren Bildern. Als Kind begann ich mit dem Raider Waite Tarot auf ganz kindliche und natürliche Weise mit eigenen Readings. Ich hatte nie eine Anleitung, beschäftigte mich jedoch fast täglich mit all der Symbolik, den Elementen und fühlte in die unterschiedlichen Karten hinein. Mit der Zeit lernte ich immer mehr Kartendecks kennen und lieben. Eines davon waren die Lenormandkarten. Das auslegen von 36 Karten, die Art wie diese gedeutet werden und was für eine Tiefe in den Bildern vorhanden ist, lernte ich erst, als ich eine intensive Ausbildung darin machte.

Ich deute nicht die Zukunft oder gebe Voraussagen. Vielmehr geht es darum zu erkennen, welche Lebensbereiche nicht im Gleichgewicht sind und welche Wege es gibt, diese wieder in die Balance zu bringen. Ich vergleiche das Kartenlegen oft, mit dem deuten einer Landkarte. Das Lesen in der Seele, dem Leben.

Da ich die Karten häufig am Telefon lege, habe ich Klienten aus ganz Deutschland und teilweise aus dem Ausland. Meistens geht es um Beziehungen. Wir haben zu allem eine Beziehung, ob zu Menschen, zum Geld oder zu unserem inneren Licht – all diese Beziehungen umfassend zu deuten und zu erkennen, ermöglicht eine enorme Klarheit.

 

Lenormandkarten

Lenormandkarten – Foto by Dennis Möck-Ludwig

 

Weiterhin kann man bei dir sogenannte „Innenweltarbeit“ Sessions buchen, per Skype oder am Telefon. Was ist der Unterschied zu deinen Soul-Readings?

Während den Soul-Readings sprechen die Bilder, die das jeweilige Kartenbild zeigt. Es ist, wie eine Geschichte durch die ich mit meinem Klienten gehe.

Bei der Innenweltarbeit geht es in die Tiefen des Unterbewussten. An Orte in uns, die wir mit unserem Tagesbewusstsein so nicht betreten können. Wir können uns die Innenwelt wie einen riesigen Pool vorstellen, in dem sich all die Erfahrungen, Eindrücke und Muster ansammeln, die uns z.B. daran hindern glückliche Beziehungen zu führen oder erfolgreich zu sein. Auch die immer wieder gleichen Erlebnisse (Abhängigkeiten, Süchte, Zweifel) werden durch unsere Innenwelt in der äußeren Welt sichtbar. Und das immer und immer wieder. In dieser Arbeit ist allein die Innenwelt unser Reiseführer. Er führt uns oft genau an die Stelle, an der das Problem begonnen hat. Z.B. in die Kindheit, vergangene Leben, in traumatische Erlebnisse, die viele unserer Lebensbereiche blockieren. Denn alles ist mit allem verbunden.

Die Essenz beschreibt Rumi (ich bin unsterblich ihn seine weisen Worte verliebt!): “Alles, was du sehen kannst, hat seine Wurzeln in der Unsichtbaren Welt. Es mögen sich die Formen ändern, das Wesen bleibt dasselbe.”

 

Wenn man sich deine Webseite anschaut, fällt auf, dass du eine große Affinität zu Ayurveda hast: Ayurvedisch kochen, Beautyrituale oder einige Gastartikel auf anderen Blogs. Woher kommt deine Leidenschaft dafür?

Ayurveda hat mein Leben von Grund auf verändert! Ich kam schon früh mit dieser Wissenschaft in Kontakt, empfand sie jedoch immer als zu “schwierig” umzusetzen. Erst als eine Freundin das Studium zur Ayurveda-Ärztin begonnen hat, bin ich tiefer in diese Materie eingetaucht. Sie versorgte mich hin und wieder mit einigen Kräutern und erzählte von ihrem Wissen. Ich war plötzlich so angetan, dass ich begonnen habe, dieses Wissen durch Bücher, Weiterbildungen und Seminare zu vertiefen.

Was mich so daran verändert hat, ist die Sichtweise auf das Leben. Auf jene Rhytmen des Lebens, auf den Geist, den Körper und die Welt. Es hat mich geerdet, denn Ayurveda ist kein spirituelles System, sondern eine Wissenschaft (übersetzt: die Wissenschaft vom langen Leben), die vollkommen undogmatisch ist. Heute lebe ich diesen Rhythmus, diese Sinnlichkeit und diesen Genuss.

 

Praxisbuch

Was ich mag, dafür mache ich Werbung

 

Dein neues Buch „Innenweltreisen“ (Anmerkung – welch schöner Name) erscheint zum 15. Juli 2016. Kannst du mir und meinen Lesern schon etwas mehr verraten? Worum geht es und was bringt mir das Buch als Leser persönlich?

Innenweltreisen ist ein Buch für Seminarleiter, Coaches und alle, die gerne die Reisen in innere Welten für sich und andere anwenden möchten. Ich teile darin all die Innenweltreisen, die ich die letzten 8 Jahre in meinen eigenen Seminaren angewendet habe, und gebe viele hilfreiche Tipps sowie Tools an die Hand. Es gibt 5 Gastautorinnen, die ich sehr schätze und die dieses Buch mit ihren eigenen Reisen bereichern.

Als ich begonnen habe dieses Buch zu schreiben, war (und ist sie noch heute) meine Vision aufzuzeigen, wie verändernd, klärend und liebevoll die Arbeit in der inneren Welt sein kann. Ich glaube daran, wenn wir unseren inneren Räumen mehr Aufmerksamkeit widmen, sich dadurch mehr Klarheit in der Außenwelt zeigen wird. Mehr Liebe. Mehr Fülle. Und wir mehr von dem Leben können, was unsere tiefsten Sehnsüchte sind.

 

Räuchern

Spirit Silence – Foto by Dennis Möck-Ludwig

 

Ein Wort noch zu deinen Retreats „Sacred Moon Ceremony“ und „Flow of Love Retreat“. Was erwartet die Teilnehmer hier?

Das klingt ziemlich kitschig, doch es gibt kein Wort, welches das besser zusammenfast: Liebe. In all ihren Aspekten.

Bei der Sacred Moon Ceremony geht es um Lebensrhythmen, die vom Mond beeinflusst werden und viel Intuition. Daraus entstehen bestimmte Themen, auf die wir an den Abenden eingehen. Wir meditieren, singen Mantren und legen Crystal Grids, die wir gemeinsam mit Hilfe von Kristallen auf den Boden auslegen und so Deutungen vornehmen oder auch einfach die Energie erhöhen.

Beim Flow of Love Retreat verbinden wir Yoga, Liebe und Weisheit miteinander. Es geht darum, eine Zeit zu schaffen, die den Geist vollkommen zur Ruhe kommen lässt, den Körper entspannt und das Herz öffnet. Das, was übrig bleibt, ist Weisheit. Weisheit, den eigenen Weg zu gehen, seinem Herzen zu folgen und den Alltag mit eben diesen Qualitäten zu erfüllen.

 

Hast du noch einen letzten SPIRIT-Tipp für meine Leser?

Mein Lehrer fragte mich mal, ob ich mich diesem Augenblick voll und ganz hingeben kann. Ich sehe Hingabe als (m)eine persönliche Praxis. Ich frage mich sehr oft in allen möglichen Situationen: Kann ich mich diesem Augenblick voll und ganz hingeben? Ich kann weder mit Ja noch mit Nein antworten – ich bin einfach ganz hier und lebendig. Das ist es. Mehr nicht.

 

Beitragstitelbild:  Dennis Möck-Ludwig – Foto by Dennis Möck-Ludwig

 

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